Wann ist der richtige Zeitpunkt für das Altersheim?

Sei es im näheren oder weiteren Umfeld – irgendwann kommt die Frage für jeden: Wann ist der richtige Zeitpunkt für das betreute Wohnen im Altenheim? Ab wann ist der Alltag alleine nicht mehr zu schaffen?

Alle Angehörigen sind gefragt

Zunächst einmal: Mit dieser Frage ist man nicht allein! Als Ehepartner, Tochter, Sohn, Bruder, Schwester oder Freund/in stellt man sich die Frage nach dem „Wann“ genauso wie als Betroffene/r selbst. Tiefgreifend und entscheidend ist in diesen Fällen sicherlich der gefürchtete Verlust von Selbstbestimmung und -verantwortlichkeit. In vielen Fällen wird der Umzug in ein Altersheim daher hinausgezögert. Doch es hilft, sich frühzeitig mit diesem Thema auseinanderzusetzen, sich ausreichend zu informieren – auch über mögliche Alternativen wie ambulante Pflegedienste – und offen miteinander darüber zu sprechen.

Im Gespräch bleiben

Bei dem Thema der Angehörigen-Versorgung ist das Führen von Gesprächen essentiell. Optimalerweise fragen Sie die Betroffenen frühzeitig, wie sie sich die Gestaltung ihres Lebensabends vorstellen. Sind vielleicht schon Vorkehrungen getroffen, um bestimmte Wege zu beschreiten? Sind sie für räumliche Veränderungen oder sogar einen Ortswechsel offen? Gibt es Interesse, sich diverse Alten- oder Seniorenheime selbst anzuschauen, um eine ungefähre Vorstellung vom Alltag dort zu bekommen? Das Mitspracherecht ist ein nicht zu unterschätzender Aspekt, damit sich der/die Pflegebedürftige nicht vor den Kopf gestoßen fühlt, wenn doch auf einmal alles „ganz schnell gehen muss“. Spielen Sie deshalb frühzeitig und gemeinsam diverse Situationen durch: Was soll passieren, wenn zum Beispiel die Tochter wieder arbeiten oder die Familie umziehen muss.

Versuchen Sie im Familienkreis das Bewusstsein für bevorstehende Veränderungen zu schärfen und eine mentale Vorbereitung für den „Fall X“ zu schaffen. So weiß in jedem Fall jeder, was der andere möchte und welche Schritte einzuleiten sind. Das kann viel Druck nehmen!

Alters- oder Pflegeheim?

Es gibt einen Unterschied in der Wahl der Versorgungsheime. So hat man die Wahl zwischen Altersheimen oder Pflegeheimen. Das Altersheim bietet den richtigen Rahmen für die Senioren, die nicht mehr alleine in ihrer Wohnung leben können oder wollen. In den meisten Fällen sind diese Menschen geistig und/oder körperlich noch beweglich und selbstständig. Allerdings steigt ihnen der Aufwand der eigenen Haushaltführung unter Umständen über den Kopf. Der Umzug in ein Altersheim kann dementsprechend entlasten. Hier gibt es außerdem verschiedene Modelle, sodass es vielleicht die Möglichkeit bietet, eine „kleinere Haushaltführung“ mit einer Kochnische oder ähnlichem zu halten.

Alternativ kann man hier auch die Pflege in gewohnter Umgebung in Betracht ziehen und den Angehörigen zu Hause pflegen. Unterstützung erfährt man dabei durch ambulante Pflegedienste. Sie bieten den Vorteil, dass im Falle von nur geringen Einschränkungen, die Haushaltsführung oder auch bestimmte Routineabläufe durch eine Fachkraft begleitet werden, ohne dass ein Ortswechsel organisiert werden muss. In regelmäßigen Abständen wird hier ein Besuch abgestattet, bei dem geschaut wird, ob bei dem Pflegebedürftigen und seiner Familie alles in Ordnung ist.

Die Wahl eines Pflegeheims liegt nahe, wenn eine erhöhte Pflegebedürftigkeit vorliegt und die rundum Betreuung der Angehörigen vor allem stationär erfolgen muss. In einem Pflegeheim wird die ständige Beaufsichtigung des Angehörigen gewährleistet. Insbesondere bei einer fortschreitenden Demenz, die den Alltag für den Pflegebedürftigen gefährlich werden lassen kann – sei es durch Stürze, Verwirrung oder Vergesslichkeit – kann das Pflegeheim die richtige Wahl sein.

Kommunikation ist alles!

Die Wahl des Heims und das Einholen von Informationen bedarf einer guten Vorbereitung und eines langen Atems. Es empfiehlt sich daher, sich frühzeitig mit dem Thema zu befassen. Ganz generell ist die offene Kommunikation unter den Familienmitgliedern und die Beratung mit Freunden oder auch Experten eine wichtige Grundlage, um die Entscheidung über die künftige Lebensweise treffen zu können. Auch wenn dieses Thema nicht sehr beliebt ist, seien Sie versichert, dass diese Gedanken und Überlegungen Jeden früher oder später beschäftigen. Sie selbst können vermeiden, dass man auf Grund des Zeitdrucks oder anderer Außenfaktoren überstürzt handeln muss, indem Sie das Thema frühzeitig in Ruhe angehen. Und wer weiß, vielleicht ergeben sich aus den Gesprächen überraschend angenehme Resultate.

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