Pflegematratze: Wann sie nötig ist und was sie können sollte

Pflegematratzen bieten gewöhnlichen Matratzen gegenüber einige Vorteile. Das Angebot ist aber groß und nicht jede Matratze für jeden Menschen geeignet. Unsere Tipps helfen, beim Kauf und danach richtig zu liegen.

Ein spezialisiertes Hilfsmittel

Pflegebedürftige Angehörige zu unterstützen ist eine Aufgabe, bei der jedes Hilfsmittel, das zur Entlastung beiträgt, gern gesehen ist. Pflegematratzen sind je nach Situation ein besonders grundlegendes solcher Hilfsmittel. Aber was ist an einer Pflegematratze denn so besonders, wenn man sie mit einer gewöhnlichen Matratze vergleicht, die jeder in seinem Bett hat? Es ist erstaunlich, wie unterschiedlich sich diese Frage beantworten lässt, denn so simpel das Prinzip einer Matratze generell erscheint – Im Grunde soll sie ja schließlich „nur warm und weich“ sein – so unterschiedlich angepasst können Pflegematratze sein an die Ansprüche der Menschen, die auf ihnen liegen.

Andere Ansprüche

Im Normalfall geht man davon aus, dass ein Mensch täglich ungefähr acht Stunden im Bett verbringt. Mal ist es weniger, mal ist es mehr. Bei Pflegebedarf kann diese Zahl jedoch stark ansteigen – zwanzig und mehr Stunden täglich im Bett zu verbringen, ist in manchen Fällen keine Seltenheit mehr. Und wenn die Matratze über so lange Zeiträume belastet wird, steigen natürlich auch die Ansprüche. Diese sind vielfältig. So gibt es Pflegematratzen, die für diverse Einschränkungen spezialisiert sind, zum Beispiel chronische Schmerzen, Inkontinenz, Parkinson oder Demenz. Dekubitus-Prophylaxe ist zudem ein weiterer wichtiger Faktor bei langem Liegen. Zudem sollte eine Pflegematratze auf die eigene Situation bezogen sein: Ist sie leicht genug, um sie ohne Probleme drehen und wenden zu können? Passt sie in das aktuelle Bett oder ist ein spezielles Pflegebett nötig und damit vielleicht wiederum wieder eine dünnere Matratze? 

Checkliste zur Pflegematratze

Pflegematratzen sind so unterschiedlich wie die Menschen, die sie verwenden. Eine klare Empfehlung, was die richtige Matratze ist, gibt es also nicht, es muss von Einzelfall zu Einzelfall entschieden werden. Wir haben aber einige Punkte aufgeführt, die man auf jeden Fall überdenken sollte:

  • Wird eine besondere Matratze gebraucht oder reicht ein Standardmodell?
  • Welcher Härtegrad ist gut? Schmerzpatienten bevorzugen weichere Matratzen.
  • Wie hoch und schwer sollte die Matratze sein?
  • Ist ein Schutz für Inkontinenz nötig?
  • Ist das bevorzugte Modell mit dem aktuellen oder gewünschten Bett kompatibel?
  • Gibt es ausreichende Druckentlastung gegen Wundliegen?
  • Ist sie atmungsaktiv?
  • Kann man die Matratze gut wenden und reinigen?

Kostenübernahme durch die Krankenversicherung

Pflegematratzen sind wichtige Hilfsmittel in der Pflege. Das bedeutet, die Krankenversicherung kann die Kosten dafür übernehmen. Wie bei andern Hilfsmitteln auch gilt es aber auch hier, dass bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein müssen um sicher zu sein, dass die Versicherung die Kostenübernahme nicht ablehnt. Wenn ein Pflege- oder Krankenbett ärztlich verordnet wird, ist dabei auch eine Pflegematratze inbegriffen. Dabei handelt es sich allerdings um ein Standard-Modell. Ist also eine spezielle Matratze vonnöten, sollte der Arzt dies in der Verordnung direkt mit vermerken. Wer hier sichergeht, vermeidet böse Überraschungen. Privatversicherte sollten sich außerdem mit der Krankenversicherung in Verbindung setzen. Unter Umständen ist es nämlich möglich, selbst eine Matratze bis zu einem gewissen Kostenbetrag zu kaufen und sich das Geld erstatten zu lassen. Das hat den Vorteil, dass man die Möglichkeit hat, eventuell ein höherwertigeres Modell zu erhalten, als das ansonsten von vielen Krankenversicherungen zur Verfügung gestellte Standardmodell.

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