Kompressionstherapie wird jetzt besser unterstützt

Kompressionsstrümpfe kennt die eine oder der andere höchstens vom Langstreckenflug, andere wiederum tragen sie täglich. Bei ärztlich verordneten Maßnahmen gibt es nun bessere Entlastungen.

Was bringt Kompression?

Kompressionstherapie hat den Zweck, den Blutrückfluss zum Herzen zu verbessern, indem die Venen durch Druck von außen verengt werden. Meist mithilfe von Kompressionsstrümpfen kann so Thrombosen und Ödemen an den Beinen vorgebeugt werden und der Kreislauf unterstützt. Die Therapie kann eingesetzt werden, wenn bereits Thrombosen oder Ödeme bestehen und helfen, diese zurückzubilden. Viele Menschen tragen Kompressionsstrümpfe aber auch als präventive Maßnahme. Ist man längere Zeit nicht mobil, lässt sich so einem erhöhten Thromboserisiko gut vorbeugen. Das kann zum Beispiel im Fall von längerer Bettlägerigkeit sein oder eben einfach beim langen Flug mit geringer Beinfreiheit. Aber auch mit Kompression gilt die sogenannte „3-S, 3-L“ Regel, wann immer es möglich ist: „Sitzen & Stehen ist schlecht, lieber Laufen & Liegen“.

Der Druck macht den Unterschied

Nicht jeder Kompressionsstrumpf ist gleich. Für verschiedene Zwecke gibt es verschiedene Arten, die unterschiedlich starken Druck ausüben, von Konfektionsgrößen geht es zu Maßanfertigungen. Generell werden sogenannte Kompressionsklassen unterschieden, die mit unterschiedlichen therapeutischen Zielen unterschiedlichen Druck ausüben. Diese reichen von Kompressionsklasse 1, die hauptsächlich bei Präventivmaßnahmen eingesetzt wird bis hin zur Kompressionsklasse 4, deren ausgeübter Druck teilweise doppelt bis dreifach so groß ist. Während Kompressionsstrümpfe der Klasse 1 noch prophylaktisch gegen Thrombose oder bei einem einfachen Gefühl von trägen und müden Beinen helfen, wird mit steigendem Druck gegen Lymphödeme und chronische Wunden vorgegangen.

Nicht immer einfach in der Handhabung

Das Anlegen der Strümpfe ist jedoch für betroffene Menschen nicht immer einfach. Logischerweise sind sie eng und gerade im höheren Alter kann es vorkommen, dass Menschen aufgrund eingeschränkter Beweglichkeit mit dem Anziehen von Socken und Schuhen allgemein Probleme haben. Mit Kompressionsstrümpfen ist es nicht leichter. Deswegen gibt es diverse Hilfsmittel und Anziehhilfen z.B. in Form von speziellen Gestellen, die von der Krankenkasse erstattet werden können. Genügt das nicht, gibt es aber auch die Möglichkeit, um professionelle Hilfe zu bitten. Das ist heutzutage sogar einfacher und günstiger denn je, denn:

Seit April zahlen Versicherungen mehr

Seit dem fünften April dieses Jahres ist es leichter, sich bei der Kompressionstherapie durch die Krankenversicherungen finanziell unterstützen zu lassen. Denn der gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat diesbezüglich einige Dinge neu geregelt und verschiedene kompressionstherapeutische Maßnahmen in die sogenannte Häusliche Krankenpflege-Richtlinie aufgenommen. Damit werden nun einige ärztlich verschriebene Leistungen von der gesetzlichen Krankenversicherung übernommen, die es zuvor nicht wurden.

Früher musste eine Grundpflege bestehen, damit Menschen, denen Kompressionsstrümpfe ärztlich verschrieben worden waren, Anspruch auf Hilfe beim an- und ausziehen hatten. Jetzt kann jeder schon ab Kompressionsklasse I einen Anspruch erheben, auch wenn ansonsten kein Anspruch auf Grundpflege besteht. Damit soll sichergestellt werden, dass ärztliche Verordnungen umgesetzt werden und nicht daran scheitern, dass die Maßnahmen nicht aus verschiedenen Gründen nicht richtig umgesetzt werden können. Sind Stützstrumpf und Co nicht ärztlich verschrieben, bleibt jedoch alles beim Alten.

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