Hygiene im Haushalt - und was zu viel ist

Generell gelten drei Dinge als wichtig um gesund zu bleiben: Ausreichend Sport, gute Ernährung und die richtige Hygiene. Doch ebenfalls wichtig ist das richtige Maß, denn zu viel Sauberkeit kann auch krankmachen.

Sauberkeit ist wichtig

Eins vorweg: Generell ist ein sauberer Haushalt natürlich wichtig und gut. Experten raten dazu, ca. einmal pro Woche den Haushalt zu reinigen. Ausnahme zu dieser Regel: Dort, wo Oberflächen in Kontakt mit Nahrungsmitteln kommen, sollten sie am besten immer direkt im Anschluss gereinigt werden, weil Arbeitsplatte und Co ansonsten mit Keimen belastet werden können. Bei Schneidebrettern ist es ratsam, für Fleisch und Gemüse verschiedene zu verwenden. Die wohl größte Keimschleuder in der Küche ist allerdings nach wie vor der Küchenschwamm: Dieser sollte daher regelmäßig ausgetauscht werden.

Häufigere Allergien

Dass zu viel Hygiene im Haushalt das Risiko von Allergien erhöht, ist mittlerweile recht allgemein bekannt und wissenschaftlich nachgewiesen. Aber wie kommt das eigentlich? Eine Allergie ist im Grunde nichts anderes als eine Reaktion des Immunsystems auf etwas, das eigentlich gar keine Bedrohung darstellt. Die Allergien, mit denen die meisten Kämpfen sind Pollenallergien: Hier „verwechselt“ das Immunsystem die winzigen Pollen mit aggressiven Bakterien und Viren und reagiert mit übertriebener Immunabwehr. Zu viel Reinlichkeit im Haushalt kann dafür sorgen, dass die Fähigkeit des Immunsystems abnimmt, harmlose von Krankheitserregern zu unterscheiden. Wie ein Muskel benötigt das Immunsystem regelmäßiges Training um fit zu bleiben. In einem völlig sterilen Haushalt kommt es daher sozusagen „aus der Übung“.

Weitere Risiken

Andere Probleme zu großer Hygiene stehen vor allem mit den verwendeten Putzmitteln in Zusammenhang:  Verschiedene Reinigungsmittel können beim Kontakt mit Haut oder Nägeln durch ihre chemische Wirkung auf Dauer schädlich sein. Im Idealfall trägt man also beim Putzen entsprechende Handschuhe.

Auch beim Waschpulver sollte man sich an Mengenangaben halten bzw. bei weniger Wäsche auch weniger Waschpulver verwenden. Die Mengenangaben wurden vom Hersteller wohl überlegt und reichen heutzutage für normale Wäsche vollkommen aus. Wer zu viel nimmt, riskiert Rückstände sowohl in der Wäsche, die gerade empfindlichere Haut reizen können als auch Rückstände in der Waschmaschine, die einen Nährboden für Schimmel bieten können.

Nicht zu viel, aber stetig

Wenn Angehörige zu pflegen sind ist vor allem eines das A und O: Hände waschen, Hände waschen, Hände waschen. Vor dem Essen, natürlich nach dem Toilettengang, nach Kontakt mit Abfall oder nach dem Naseputzen: Die eigenen Keime, für einen selbst ungefährlich, können sonst mit der pflegebedürftigen Person in Kontakt kommen. Beim Händewaschen sollte darauf geachtet werden, nicht nur die Handinnenflächen, sondern auch Fingerspitzen, unter den Nägeln, zwischen den Fingern und die Rückseite der Hände zu reinigen. Nicht mit Seife geizen und öfter das Handtuch wechseln, das idealerweise nur von einer Person genutzt wird. Ist das Immunsystem bereits geschwächt, sollte Hygiene umso mehr beachtet werden – Trotzdem sollte man es auch hier nicht übertreiben. Wichtig ist neben einer gründlichen Desinfektion sämtlicher Keimquellen vor allem Nachhaltigkeit. Man muss nicht zu viel für die Hygiene tun – Aber man muss es regelmäßig tun, ohne nachzulassen.

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