Gestürzt! Was nun?

Hinzufallen ist für den Menschen zunächst ein normaler Bestandteil des Gehen-Lernens und auch im Erwachsenenalter im Normalfall leicht zu verkraften. Doch mit zunehmendem Alter können Stürze langwierige Folgen haben. Um im Ernstfall besonnen reagieren zu können, hilft es, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen und Präventionsmaßnahmen zu ergreifen.

Hinfallen ist normal

Die Vorteile unseres aufrechten Gehens überwiegen bei weitem die Nachteile. Der größte von letzterem ist aber wohl vor allem eines: Die Gefahr, zu stürzen. In Grunde ist ab und zu mal Hinfallen ja etwas Normales. Vor allem bei kleinen Kindern, die gerade das Stehen und Laufen erlernen und darin noch ungeübt sind, gilt das ganz besonders. Sie fallen anfangs fast schon öfter hin als dass sie aufrecht bleiben, sodass selbst sehr fürsorgliche Eltern nach anfänglicher Sorge schnell lernen, darüber zu Schmunzeln und sorgenfrei und mit Stolz ihre Fortschritte zu beobachten. Die Verletzungsgefahr für kleine Kinder ist zudem sehr gering: Sie sind sehr leicht und vor allem auch sehr klein. Das heißt: Wenig Gewicht, das nicht sehr tief fällt.

Auch im späteren Verlauf des Lebens stürzen wir manchmal. Für Erwachsene und ältere Jugendliche ist das Risiko sich zu verletzen schon größer. Aber dafür stürzen wir in diesem Alter deutlich seltener und haben außerdem gelernt uns in den allermeisten Fällen richtig abzustützen oder abzurollen. Wirklich gefährliche Stürze geschehen daher im Allgemeinen erst im späteren Verlauf des Lebens.

Sturzgefahr im Alter

Sich mit dem Thema Stürzen und den möglichen Gefahren zu beschäftigen ist vor allem für Menschen höheren Alters wichtig. Denn was vorher noch selten geschah und glimpflich ausging, kann vor allem bei Pflegebedürftigen ein deutlich größeres Risiko bedeuten. Es wird davon ausgegangen, dass Menschen über 65 durchschnittlich etwa einmal alle zwei Jahre stürzen. Auch bei ihnen geht das zum Glück in den meisten Fällen glimpflich aus: Ein paar blaue Flecken und vielleicht eine kleine Schramme im eigenen Stolz sind kaum ein Grund zur Sorge. Problematischer wird, wenn es eben doch nicht gut ausgeht. Das Risiko dafür steigt im Alter aus mehreren Gründen: Zum einen ist die Spannung der Muskulatur nicht mehr so gut und die Reflexe werden langsamer. Auch die Sinne, vor allem die Sicht, lassen bei vielen Menschen in späteren Jahren nach, sodass potentielle Sturzgefahren später erkannt werden. Wenn es dann zum Sturz kommt, ist die Gefahr einer Knochenfraktur erhöht, weil auch die Knochen mit der Zeit dünner und schwächer werden.

Prävention ist wichtig

Sturzprophylaxe ist daher mit zunehmendem Alter ein wichtiges Thema. Man kann eigentlich kaum früh genug anfangen, sich damit zu beschäftigen. Spätestens aber bei pflegebedürftigen Angehörigen sollte man darauf achten, dass die Umgebung von möglichen, leicht zu übersehenden Sturzgefahren frei bleibt. Es ist außerdem wichtig, die Beweglichkeit zu trainieren: Nicht nur verringert dies das Risiko zu stürzen um ein Vielfaches, es erhöht außerdem die Wahrscheinlichkeit, sich bei einem Sturz noch richtig abfangen zu können.

Erste Hilfe beim Sturz

Was aber tun, wenn es schon passiert ist und ein pflegebedürftiger Angehöriger gestürzt ist? Die erste und wichtigste Sache ist: Ruhe bewahren und erst einmal die Person ansprechen. Kommt darauf keine Antwort, sollte auf der Stelle ein Notarzt gerufen werden. Stabile Seitenlage ist der nächste Schritt (Falls keine Zeichen deutlich auf eine Verletzung der Wirbelsäule hindeuten). Dann gilt: Da bleiben, warmhalten (etwa mit einer Decke) und Atmung und Herzschlag kontrollieren, bis der Notarzt eintrifft.

Ist die Person ansprechbar, sollte man zunächst versuchen, sie zu beruhigen. Als nächstes folgen Fragen, was geschehen ist und ob es irgendwo wehtut. Achtung: Es kann vorkommen das wegen Schock Schmerzen zunächst nicht gespürt werden, daher sollte man auch auf körperliche Zeichen achten. Das geistige Wohl sollte dann geprüft werden, indem man zum Beispiel die Namen vertrauter Personen abfragt. Erinnerungsprobleme können Zeichen einer Gehirnerschütterung sein.

Nur dann, wenn größere körperliche Verletzungen oder eine Gehirnerschütterung ausgeschlossen werden können, sollte man der Person auf eine Sitzgelegenheit verhelfen und kleinere Prellungen behandeln. Sobald es ein Zeichen gibt, dass etwas Schwereres vorliegt, sollte aber auch dann noch dringend ein Arzt konsultiert werden!

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