Was können Pflegebetten?

Die Umwelt ändert sich, wenn sich Pflegebedürftigkeit einstellt. Auch dann, wenn man sich für ambulante Pflege in den eigenen vier Wänden entscheidet. Es gilt, die eigene Wohnung an die neuen Bedürfnisse anzupassen. Meist mit als erstes betroffen ist das eigene Bett, dass durch ein spezielles Pflegebett ersetzt wird. Aber was genau ändert sich?

Warum ein Pflegebett?

Meist hat man sich über Jahre an das eigene Bett gewöhnt und man möchte sich gar nicht vorstellen, wie es ist, auf einmal anders schlafen zu müssen. Ein anderes Bett ist für viele gefühlt eine größere Änderung im Lebensalltag als beispielsweise Änderungen am Badezimmer, die dieses barrierefreier machen – selbst dann, wenn diese Änderungen objektiv viel tiefgreifender und aufwendiger sind, als der Wechsel des Bettes.

Nach anfänglichem Unbehagen stellen die meisten aber dann relativ schnell fest, dass ein Pflegebett mehr Vorteile bietet als der Abschied vom alten Bett Nachteile mit sich bringt. Gewöhnliche Betten werden häufig vor allem unter Form- und Designaspekten hergestellt. Sie sind nicht höhenverstellbar, was bei gesunden Menschen wenig Unterschied macht, im Fall von Pflegebedürftigkeit aber das Aufstehen und Hinlegen zur Herausforderung machen kann. Pflegebetten haben vor allem zwei Ziele: zum einen sollen sie ihren Benutzern durch ihre Form und Funktion ermöglichen, eventuelle Körperliche Defizite auszugleichen. Zum anderen sollen sie zusätzlich pflegende Angehörige und professionelles Pflegepersonal gleichermaßen bei ihren Aufgaben unterstützen.

Welche Arten gibt es?

Pflegebett ist nicht gleich Pflegebett. Das „klassische“ Pflegebett unterscheidet sich vor allem dadurch von einem normalen Bett, dass die Liegefläche in der Höhe verstellt werden kann und dass sowohl der Rückenteil als auch Ober- und Unterschenkelbereich im Winkel verstellt werden können. Vorstellen kann man sich das fast wie einen Liegestuhl mit extradicker Matratze – die Höhenverstellung macht das Hinlegen und Aufstehen leichter, die Möglichkeit, den Winkel der Sitzposition zu ändern kann z.B. bei der Atmung helfen.

Eine Alternative zum klassischen Pflegebett, die man in letzter Zeit öfter sieht, ist das sogenannte Seniorenbett. Zwar ermöglicht es nicht die gleiche Zugänglichkeit für die Pflege wie ein Pflegebett, aber dafür lässt es sich oft dezenter in bestehende Schlafzimmer integrieren. Oft sogar als einfacher Einlegerahmen in ein bestehendes Doppelbett, der es höhenverstellbar machen kann. Während diese Form weniger Vorteile für die Pflege bietet als der Standard, gibt es natürlich auch spezielle Pflegebetten, die mehr können. Das sogenannte „Aufstehbett“ ist darauf spezialisiert, die Aufstehbewegung speziell zu unterstützen, sodass nicht nur mehr Selbstständigkeit, sondern auch eine körperlich weit weniger anstrengende Pflege möglich sind. Quasi das Gegenteil sind spezielle Niedrigbetten: Diese sind wie der Name schon sagt besonders tief, sodass Verletzungen durch eventuelle Stürze vermieden werden können, gerade wenn Menschen besonders unruhig schlafen.

Längst keine Zukunftsmusik mehr sind zudem intelligente Pflegebetten, die mit Sensoren und Meldetechnik ausgestattet sind und neben Feuchtigkeit sogar komplette Bewegungsprofile erfassen können. An ein Pflegebett hat man sich schnell gewöhnt und den meisten Menschen wird schnell bewusst, dass die Vorteile, die ein Pflegebett mit sich bringen kann, die anfängliche Umgewöhnung mehr als wert sind.

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