Tipps für eine Altersgerechte Einrichtung

Wer im Alter in seiner eigenen Wohnung bleiben möchte, muss einige Veränderungen und Anpassungen bedenken. Wie bereitet man seinen Wohnraum auf das Alter vor? Wann sollte man damit anfangen? Wie man sein Haus altersgerecht anpasst, lesen Sie hier.

Frühzeitig vorbereiten

Viele denken in jungen Jahren über das Altern nicht zu sehr nach oder betrachten das hohe Alter stetig als „fern“. Gerade dann holt einen die Realität jedoch oft „plötzlich“ ein und durch körperliche Einschränkungen gibt es plötzlich Hindernisse im eigenen Wohnraum, die man vorher nie wahrgenommen hat. Dann weiß man oft gar nicht, wo man mit den Renovierungen anfangen soll. Der beste Ratschlag ist immer: Lieber frühzeitig anfangen mit der Vorbereitung auf das Alter, sowohl finanziell als auch in Bezug auf das eigene Heim.

Dies ist besonders wichtig, wenn man sein eigenes Haus baut und dabei bereits vorhat, in diesem Haus nicht nur eigene Kinder großzuziehen, sondern später dort alt zu werden. Sehr häufig sind Neubauten jedoch auf jüngere, mobile und gesunde Menschen angepasst – daher werden sie auch „Peter Pan Häuser“ genannt, in Bezug auf die Geschichten über den Jungen, der niemals erwachsen wird. Diese Häuser berücksichtigen nicht, in den eigenen vier Wänden alt zu werden. Daher sollten sich Bauherren bei ihren Planungen berücksichtigen, von vornherein einen auch für ihren Lebensabend geeigneten Wohnraum zu realisieren.

Optimierungen für den Wohnraum

Das heißt nicht, dass sich ein junger Bauherr direkt einen Treppenlift einbaut oder nicht modern bauen kann. Aber man wählt z.B. eine Treppe, die sich gut für einen Treppenlift eignet. Ebenerdige Duschen sind nicht nur altersgerecht, sondern auch sehr im Trend. Man kann also altersgerecht bauen und trotzdem ein schönes und modernes Zuhause ganz nach seinem Geschmack wahr werden lassen.

Ob man nun Bauherr ist, oder wegen seines Alters sein zu Hause renovieren muss, sollte man folgendes beachten:

  • Das Badezimmer ist einer der heimtückischsten Orte im eignen Haus – ganz schnell rutscht man in der Badewanne oder Dusche aus. Eine breite bodengleiche, ebenerdige Dusche ist ideal. Der Vorteil einer solchen begehbaren Dusche liegt auch darin, dass gerade kleine Badezimmer so optisch größer wirken. Zudem ist sie sehr pflegeleicht. Sitze oder Bänke, die eingebaut werden können, sind ebenfalls besonders hilfreich, genauso wie zusätzliche, spezielle Toilettensitze mit Griffhalterung.
  • Rutschfestes Material sollte ebenfalls berücksichtigt werden, gerade im Badezimmer. Allerdings sollte insgesamt darauf geachtet werden, dass im ganzen Wohnraum rutschfeste Böden verbaut werden, so auch in der Küche, dem Flur etc. Wenn diese Möglichkeit nicht besteht, dann kann man eine rutschfeste Badematte und Läufer benutzen.
  • Haltegriffe, die sicher und stabil sind. Sie sind nicht nur im Badezimmer in der Badewanne oder Dusche und neben der Toilette notwendig, sondern sollten auch bei den Treppen berücksichtigt werden und idealerweise an beiden Seiten der Treppe eingesetzt werden. Unter Umständen sind sie auch im Flur sinnvoll, wo sich jeder die Schuhe anzieht und ältere Menschen etwas mehr Unterstützung brauchen, um nicht den Halt zu verlieren.
  • Die Türrahmen sollten idealerweise breiter eingebaut werden als der Standard. Die Türen sind dann teurer, aber dafür passt ein Rollstuhl locker durch und man muss später nicht umbauen. Zudem eignen sich breitere Türrahmen auch für junge Familien besser als der Standard, denn auch ein Kinderwagen braucht seinen Platz.
  • Die Küche sollte am besten so gebaut sein, dass sich der Nutzer weder viel bücken noch strecken oder hocken muss. Höhenverstellbare Arbeitsflächen, das meistgenutzte Geschirr leicht zugänglich verstaut und Küchengeräte auf Arbeitshöhe sind der ideal zum barrierefreien Kochen.
  • Eine gute Belichtung ist besonders im Alter wichtig. So sollte man darauf achten, dass alle Ecken gut beleuchtet werden, damit auch alles gesehen wird. Auch im Bad, denn vor allem in der Dusche kann es recht dunkel sein und eine kleine Lampe (mit Spritzschutz) kann einen großen Unterschied machen. Zudem können zum Beispiel Lichtsensor Lampen gekauft werden, dann müssen die Lampen nicht extra angeschaltet werden, wenn man zum Beispiel mal nachts aufsteht, um ins Bad zu gehen.
  • Eine Matratze, die auf die Bedürfnisse des einzelnen angepasst ist, sollte nicht unterschätzt werden. Es ist zwar auch wichtig, dass das Bett auf einer idealen Höhe liegt, um das Hinlegen und Aufstehen zu erleichtern, doch den Wert einer guten Matratze unterschätzen viele. Die Matratze muss in ihrer Härte auf die Schlaf- und Liegegewohnheiten des Nutzers angepasst werden. Die Ansprüche an eine Matratze können sich im Laufe des Lebens verändern, deshalb lässt man sich hier am Besten von einem Profi beraten und testet ausgiebig.
  • Zuletzt besteht die Möglichkeit in das Erdgeschoss zu ziehen, wenn es mit den Treppen gar nicht mehr geht. Deshalb auch darauf achten, dass die wichtigsten Zimmer im Erdgeschoss sind oder in Zukunft in das Erdgeschoss verlagert werden können.

Viele dieser Tipps kann man bereits berücksichtigen, wenn man neu in eine Wohnung oder ein Haus zieht und plant, dort alt zu werden. Auch wenn viele Fragen zum Zeitpunkt des Einzugs noch in weiter Ferne zu liegen scheinen. Auf der anderen Seite lassen sich mit ein paar nachträglich einbaubaren Hilfsmitteln wie Treppenlift, Handgriffe, Sitze etc. die meisten Wohnräume barrierefrei gestalten, sobald es relevant wird.

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