Sturzgefahr im Alter – Wie Sturzprophylaxe hilft

Gespeichert von TillH am Mi, 03/01/2018 - 09:38

Mit zunehmendem Alter können Stürze nicht nur häufiger auftreten, sondern auch gefährlicher sein. Deshalb ist es wichtig, die richtigen Vorkehrungen zu treffen, um diese Gefahr zu minimieren. In der Pflege werden alle Maßnahmen, die das zum Ziel haben, unter Sturzprophylaxe zusammengefasst.

Kaum Thema in der Jugend, Risiko im Alter

Das Wortspiel sei erlaubt: Sturzprophylaxe ist kein hinfälliges Thema. Kleinkinder stürzen ständig, gerade wenn sie gerade das Laufen erlernen, aber sie sind klein und fallen entsprechend nicht tief. „Hinfallen“ ist für jüngere Menschen normalerweise kein Problem und gehört in diversen Sportarten sogar dazu. Von Torhütern wird kontrolliertes Springen auf den Ball sogar erwartet. Gerade diese Kontrolle ist es aber, die mit zunehmendem Alter jedoch nachlässt. Die Reflexe werden langsamer, Muskeln bauen ab. Außerdem lässt oft auch die Sicht nach und in einigen Fällen das Gefühl in den Extremitäten. All das sind Faktoren, die das Risiko zu stürzen im Alter erhöhen können.

Die Folgen

Kommt es im Alter zu einem Sturz, kann es vorkommen, dass die Reflexe zu langsam oder die Bewegungsfreiheit aus anderen Gründen so eingeschränkt ist, dass man sich nicht richtig abstützen kann. So kann es zu schmerzhaften Blutergüssen und Prellungen kommen. Besonders aber Stürze, bei denen es zu Kopfverletzungen kommt, können sehr gefährlich werden. Die Folgen eines Sturzes sind aber nicht immer nur körperlich: Beispielsweise ist es oft die reine Angst vor weiteren Stürzen, die auf psychologische Weise die Beweglichkeit von Menschen einschränken kann.

Ziele der Sturzprophylaxe

Die Sturzprophylaxe hat das Ziel, mögliche Gründe für Stürze und damit auch die Folgen systematisch von vornherein zu vermeiden. Dabei unterscheidet man in der Pflege Gründe, die vom Patienten selbst ausgehen, von äußeren Gründen, die mit seiner oder ihrer Umwelt zu tun haben. Zu ersteren gehören mitunter der bereits genannte körperliche Abbau im Alter, aber auch andere Aspekte wie die Wirkungen bestimmter Arzneimittel und Psychologische Faktoren.

Die sichtbarste und gleichzeitig vielleicht wichtigste Aufgabe der Sturzprophylaxe (vor allem dadurch, dass sie am ehesten und direktesten realisierbar ist) betrifft aber vor allem die Lebensumgebung des Patienten. Denn die größten Gefahren hinzufallen bestehen darin zu stolpern, auszurutschen oder unerwartet ins Leere zu treten. Gegenstände, die am Boden liegen, aber vor allem auch Kabel, die im Weg sind, können gefährliche Stolperfallen darstellen, der Fußboden im Bad schonmal rutschig sein. Aber nicht immer ist die Gefahr teil der Wohnung: auch zu locker sitzende (Haus-)Schuhe oder eine falsche bzw. defekte Brille bergen Risiken.

Sinnvolle Maßnahmen

Ausgebildete Pflegekräfte sind mit Maßnahmen der Sturzprophylaxe professionell vertraut, aber mit Bedacht kann man auch privat im Alltag schon einiges zur Absicherung beitragen. Seh- und Gehschwierigkeiten sollten medizinisch abgeklärt werden. Auch regelmäßige Bewegung ist ein wichtiges Mittel, um Beweglichkeitseinschränkungen im Alter vorzubeugen. Die eigene Wohnung dahingehend zu prüfen, dass es keine unnötigen Stolperfallen gibt, stellt relativ wenig Aufwand dar und muss selten gemacht werden, kann aber im Zweifelsfall viel Schaden abwenden. Auch bei der Sicherung von Treppen sollte man vorsorgen: Zusätzliche Geländer in sinnvoller Höhe sind dabei ebenso sinnvoll wie sicherzugehen, dass die Stufen der Treppen gut erkennbar sind. Denn wenn die Kanten der einzelnen Treppenstufen sich optisch kaum von denen darunter abzeichnen, stellt auch das bereits ein Sturzrisiko dar.

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