Schluss mit Nadel? Schonende Diabetes-Behandlung

Bei Diabetes mehrmals täglich den Blutzucker messen, Tabletten schlucken oder gar Spritzen setzen? Kein schöner Gedanke für Millionen Betroffene. Alternative Behandlungsmethoden abseits der konservativen medikamentösen Therapie werden daher zunehmend interessant. Viele der meist jüngeren Patienten fragen sich: lässt sich der Diabetes vielleicht auch jenseits von Spritzen und Tabletten therapieren? 

Volkskrankheit Diabetes

Mit etwa 6 Millionen Erkrankungen in Deutschland ist Diabetes Typ 2 eine der großen Volks- und Zivilisationskrankheiten unserer Zeit. Die Zahl der Betroffenen erhöht sich mit zunehmendem Alter, obwohl heute auch mehr und mehr jüngere Menschen von der chronischen Stoffwechselerkrankung betroffen sind. Viele Diabetiker leiden jedoch neben der Krankheit selbst auch unter unerwünschten Nebenwirkungen der Medikamente, die ihnen verschrieben werden. Dazu gehören Gewichtszunahme, Magen-Darmprobleme und Harnwegsinfektionen. Deshalb suchen sie nach Alternativen zu jenen Mitteln.

Die richtige Ernährung hilft

Wenn möglich, setzen Ärzte heute bei der Behandlung des Diabetes Typ 2 zunächst auf eine Umstellung der Lebensgewohnheiten. Dazu gehören eine konsequente Gewichtsabnahme durch Ernährungsumstellung und möglichst regelmäßige Bewegung durch Sport. Gerade im Anfangsstadium des Diabetes können allein diese Maßnahmen zu einer Besserung und manchmal zu einem kompletten Rückgang der Erkrankung führen. Der Blutzuckerspiegel und die Ausschüttung von Insulin normalisieren sich.

Neue Behandlungsansätze beschäftigen sich zum Beispiel mit der Wirkung von Zimt auf den Diabetes. Das Gewürz wurde bereits in der traditionellen chinesischen Medizin verwendet und findet heute wieder mehr und mehr Anhänger. Obwohl Studien kein einheitliches Bild zeichnen, kann die Anwendung von Zimt im Einzelfall zur Senkung des Blutzuckerspiegels sinnvoll sein. Entweder als Gewürz in Kuchen, Saucen oder in einer Tasse Kaffee oder als Zimtkapsel mit einer definierten Wirkstoffmenge – hier haben verschiedene Studien sowohl direkte positive Wirkungen auf den Blutzuckerspiegel als auch eine Langzeitwirkung beobachten können. Darüber hinaus wirkt Zimt auch als Fatburner und trägt zur Gewichtsabnahme bei. Weitere positive Wirkungen wie eine Verbesserung der Gedächtnisleistung und Konzentrationsfähigkeit machen den Zimt zu einem Gewürz mit vielen Einsatzmöglichkeiten.

Auch Ingwer könnte Studien zufolge eine positive Wirkung auf den Blutzuckerspiegel ausüben. Bereits vor 100 Jahren wurde eine mehrtägige Haferkur zur Senkung des Blutzuckerspiegels eingesetzt und kann, wie heutige Versuche zeigen, auch bei bestimmten Patienten eine positive Wirkung haben. Sind alle Möglichkeiten ausgeschöpft und ist dennoch eine medikamentöse Behandlung notwendig, wird von den Behandlern nach und nach ausgetestet, ob und in welchem Umfang die verschiedenen Antidiabetes-Wirkstoffe das Behandlungsziel erreichen. Reichen orale Medikamente nicht aus, muss regelmäßig Insulin gespritzt werden.

Engere Betreuung, Tipps und Unterstützung

Digitale Hilfsmittel wie Telemedizin und passende Smartphone-Apps sind heute ideal für eine langfristige und engmaschige Betreuung von Diabetikern. Die Telemedizin ermöglicht den Betroffenen einen regelmäßigen Kontakt mit ihren persönlichen Ernährungsberatern, Fitnesscoaches und spezialisierten Ärzten. Das Team gibt Tipps zur Ernährung, zum Bewegungsprogramm und zur Medikamenteneinnahme, ermutigt und spornt an, um den Betroffenen oder die Betroffene bei der Umstellung seiner oder ihrer Lebensgewohnheiten zu unterstützen. Die Behandler können direkt am Bildschirm die Blutwerte kontrollieren und Fragen des Patienten unmittelbar beantworten. Vorteil: der Patient wird aktiver einbezogen und erlangt mehr Sicherheit im Umgang mit seiner Erkrankung.

Diabetes-Berater/innen und Diabetes-Assistent/inn/en sind Ansprechpartner/innen sowohl im häuslichen Rahmen wie auch bei einem Krankenhausaufenthalt und vermitteln den Patienten das nötige Wissen über ihre Erkrankung und den Umgang damit im Alltag.

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