Rheuma ist nicht gleich Rheuma

Gespeichert von TillH am Mi, 13/12/2017 - 11:21

Wenn man von Rheuma spricht, meint man meistens Formen von Gelenkschmerz, die oft Menschen im höheren Alter betreffen. Allerdings ist Rheuma nicht einfach eine spezifische Krankheit, sondern stellt einen Sammelbegriff dar für verschiedene Erkrankungen, die ähnliche Symptome aufweisen. Die meisten von ihnen sind nicht heilbar, aber mit der richtigen Herangehensweise lässt sich gut mit ihnen leben.

Die häufigsten Formen

Der Begriff „Rheuma“ kommt aus dem Griechischen und bezeichnet eine ziehende Form von Schmerz. Wenn man sich medizinisch korrekt ausdrücken möchte, spricht man aber nicht einfach von „Rheuma“, sondern von „Krankheiten des rheumatischen Formenkreises“. Unter diesem Begriff sind mehr als hundert unterschiedliche Erkrankungen zusammengefasst. Sie haben gemeinsam, dass sie durch Entzündungen entstehen und mit chronischen Schmerzen einhergehen. Während Menschen höheren Alters von den meisten Formen häufiger betroffen sind, betreffen viele auch junge Erwachsene und Kinder. Die häufigste Form dieser Erkrankungen ist die rheumatoide Arthritis: Es wird davon ausgegangen, dass zwischen 0,5% und 1% der Bevölkerung betroffen sind, über 500.000 Menschen allein in Deutschland. Die Krankheit tritt bei Menschen in der zweiten Lebenshälfte häufiger auf, wobei Frauen etwas doppelt so oft betroffen sind wie Männer.

Symptome und mögliche Ursachen

Neben Müdigkeit sind Appetitlosigkeit und leichtes Fieber erste Anzeichen für eine Rheumatoide Arthritis, obwohl diese Zeichen zu diesem Zeitpunkt sehr selten auf Rheuma zurückgeführt werden. Manchmal plötzlich, manchmal langsam erscheinen dann die typischen geschwollenen und geröteten Gelenke gepaart mit Gelenksteifheit, die deutlichere Anzeichen sind – meist in Zehen und Fingern. Auffällig ist hier die Symmetrie: Wenn beispielsweise ein Gelenk in der linken Körperhälfte betroffen ist, leidet meist auch das entsprechende in der rechten.

Die Ursachen der rheumatoiden Arthritis sind zwar noch nicht endgültig geklärt, allerdings wird davon ausgegangen, dass die Schmerzen dadurch hervorgehen, dass das eigene Immunsystem falsch reagiert. Durch eine Störung werden körpereigene Zellen nicht richtig von Fremdkörpern unterschieden und Immunzellen reagieren mit Entzündungen auf eine Gefahr, die eigentlich gar nicht existiert. Diese Immunzellen können sich dann in Gelenken absetzen und dort dafür sorgen, dass durch chronische Entzündungen zunächst die Gelenkinnenhaut, später sogar Knorpel, Bänder oder Knochen angegriffen werden. Woher genau diese Störung des Immunsystems stammt, ist unklar. Ausgegangen wird von einer Kombination von erblichen und Umweltfaktoren, z.B. durch Rauchen.

Heilbar: Nein, aber gut behandelbar

Die meisten rheumatischen Krankheiten sind aktuell nicht heilbar. Allerdings ist in den meisten Fällen ein weitgehend schmerzfreies Leben mit der richtigen Behandlung möglich. Entzündungshemmende Medikamente können helfen, wobei das wichtigste Ziel bei der Behandlung immer ist, mit entsprechenden Maßnahmen Schmerzen zu bekämpfen und die Beweglichkeit zu bewahren. Hier hilft vor allem Physiotherapie, aber auch Ergotherapie. Auch Wärme und Kälte können positive Wirkungen auf die Gelenke haben. Es hilft außerdem, bei der Ernährung darauf zu achten, dass man nicht zu viel Fleisch und Wurst zu sich nimmt und stattdessen mehr auf pflanzliche Kost zu setzen. Denn diese enthält weniger Arachidonsäure, ein Stoff, der Entzündungen im Körper fördern kann.

Neuen Kommentar verfassen

Kommentare

zurück zum Blog