Mobilität im Alter – Beweglichkeit durch Bewegung

Gespeichert von TillH am Mo, 27/11/2017 - 09:33

Mal eben Nahrungsmittel einkaufen, einen Freund besuchen oder einfach einen kleinen Spaziergang machen – Dinge, die in jüngeren Jahren noch selbstverständlich sind, können mit Alter oder Erkrankung schwierig werden. Ist die Mobilität eingeschränkt, leidet meist auch die Selbstständigkeit. Dem kann man aber oft effektiv entgegenwirken.

Häufige Ursache: Angst

Es kommt bei den meisten Menschen vor, dass mit zunehmendem Alter die Mobilität abnimmt. Aber „alt sein“ allein ist noch lange kein Grund dafür, das Spazierengehen endgültig an den Nagel zu hängen, wie man schon daran erkennt, dass selbst ein Hundertjähriger noch einen Marathon schaffen kann.

Die eigentlichen Gründe für eingeschränkte Mobilität sind nicht das Alter selbst, sondern bestimmte Entwicklungen, die häufig damit einhergehen. Nimmt beispielsweise die Seh- und Hörfähigkeit ab, sinkt auch das Gefühl, sich sicher bewegen zu können, da man eventuelle Gefahren und Hindernisse später erkennt. Auch die Knochen verlieren im Alter an Dichte und Muskeln bilden sich zurück, wenn man sie nicht aktiv trainiert.

Damit verbunden ist ein typisches Problem: Ängste, sich möglicherweise zu verletzen können dafür sorgen, dass man sich weniger bewegt. Und das selbst dann, wenn diese Ängste eigentlich unberechtigt sind. Das wiederum sorgt dafür, dass die Muskeln und der gesamte Bewegungsapparat aus der Übung kommen und damit die Verletzungsgefahr tatsächlich steigt. Die ursprünglich unbegründete Angst, sich zu verletzen wird so ironischerweise selbst zum Auslöser dafür, dass diese Angst später begründet ist.

Flucht aus dem Teufelskreis

Natürlich gibt es gute Gründe, dass man sich im Alter nicht mehr gut bewegen kann. Arthrose, Multiple Sklerose, die Folgen eines Schlaganfalls oder eventuelle Nebenwirkungen verschiedener Medikamente können allesamt legitime Gründe sein, warum die Bewegung im Alter schwerfällt.

Aber eine Hauptgefahr, die alle Menschen gleichermaßen betrifft, ist nach wie vor, dass eine zurückgehende Bewegungsfähigkeit aus einem mangelnden Bewegungswillen hervorgeht. Dabei ist gerade ausreichende Bewegung das Wichtigste um im Alter fit und damit selbstständig zu bleiben. Das Schlüsselwort hier ist „bleiben“. Denn im fortgeschrittenen Alter neue Muskeln und Ausdauer aufzubauen erfordert sehr viel mehr Aufwand, als es noch bei jüngeren Menschen der Fall ist. Das macht es besonders wichtig, die bestehenden Muskeln durch regelmäßige Beanspruchung zu erhalten. Ein bewährtes Mittel hierfür ist klassisch der Spaziergang. Das muss wahrlich kein Leistungssport sein – bereits ein gemächlicher Gang über relativ kurze Strecken reicht aus, um die Muskulatur am Abbau zu hindern. Auch Gehhilfen sind kein Tabu – Im Gegenteil, ein Gehstock kann die Gelenke in den Beinen entlasten und die zusätzliche Bewegung der Arme sogar förderlich sein.

Dranbleiben, aber keine Höhenflüge erzwingen

Das Motto muss lediglich heißen: Dranbleiben! Wer einmal im Monat trainiert, wird kaum Erfolge erzielen. Das gilt übrigens nicht nur für das Fitbleiben im Alter. Selbst, wenn Spazierengehen keine Option mehr ist oder bereits Pflegebedürftigkeit besteht, ist Aktivierung ein wichtiger Grundsatz für eine größtmögliche Beweglichkeit im Alter. Das Ziel sollte dabei immer die Erhaltung vorhandener Fähigkeiten sein. Die Beweglichkeit zu verbessern kann je nach Gesundheitszustand ein zusätzliches Ziel sein, sollte jedoch nicht verbissen verfolgt werden, denn das kann schnell zusätzlich frustrieren. Das Prinzip der aktivierenden Pflege setzt sich genau dies zum Ziel. Bereits sich möglichst eigenständig An- und Auszukleiden und generell so viele Bewegungsabläufe eigenständig zu machen, wie die Gesundheit es zulässt, kann einen wichtigen Teil dazu beitragen, die Lebensqualität im fortgeschrittenen Alter zu erhalten.

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