Ambulante Pflegedienste als Alternative zum Heim

Gespeichert von TillH am Mo, 20/11/2017 - 10:02

Wird im Alter der Alltag schwieriger und schwieriger zu bewältigen muss man sich eventuell irgendwann eingestehen, dass es allein nicht mehr geht. Dann steht man vor einer wichtigen Entscheidung: Wie geht es für den Menschen selbst und seine Angehörigen weiter? Meist sind die ersten beiden Gedanken die Pflege zu Hause durch die Angehörigen selbst oder eine Unterbringung in einem Seniorenheim. Mobile Pflegedienste bieten den Mittelweg zwischen diesen beiden Extremen.

Wenn Selbstständigkeit gefährdet ist

Steht die Frage im Raum, ob ein Verwandter in ein Seniorenheim umziehen sollte, fühlen sich die meisten bei dem Gedanken unwohl. Es fühlt sich für viele Angehörige an, als würde man seine Liebsten „abschieben“ – hilflos, der eigenen Mutter oder dem eigenen Vater selbst die Unterstützung zu bieten, die sie nun brauchen. Die Patienten selbst können diese Gedanken teilen, gepaart mit dem oft bitteren Gefühl, die eigenen vier Wände verlassen zu müssen, in denen man oft Jahrzehnte lang gelebt hat.

Ein unüberschaubarer Vorteil mobiler Pflege liegt darin, dass kein Wohnungswechsel notwendig ist. In der Regel tritt Pflegebedürftigkeit nicht von einem Tag auf den anderen auf. Oft wurde der Alltag nach und nach durch Hilfsmittel in der Wohnung weiter ermöglicht. Dazu kommt, dass ein Patient oft nur gewisse Lebensbereiche nicht mehr selbstständig meistern kann. Dann kann der Pflegedienst gezielt diese Bereiche unterstützen und Hilfe leisten.

Umzug zu den Angehörigen

Ist das Wohnen innerhalb der eigenen vier Wände nicht mehr zu realisieren, kann der Umzug zu Angehörigen eine denkbare Alternative sein. In dem Fall ist es denkbar, dass Angehörige die Pflege übernehmen. Es ist aber auch möglich, dass gewisse Lebensbereiche lieber einer professionellen Pflegekraft überlassen werden, als den eigenen Familienmitgliedern. Privat- und Intimsphäre ist aus professioneller Sicht immer anders zu werten, als aus der Sicht von Vertrauten. Das ist relevant sowohl für die Angehörigen, die sich eventuell eine Pflege nicht zutrauen, aber auch den Patienten selbst, der seine Kinder nicht belasten möchte.

Darüber hinaus muss bedacht werden, dass Angehörige nicht unendlich Zeit haben und die Zeit, die die sie mit ihren Verwandten verbringen, besser genutzt werden kann, als für die Erhaltung der Grundbedürfnisse. Die Zeit ist knapp bemessen, der Alltag läuft weiter, auch das eigene Privatleben hat weiter eine Wertigkeit, die ihre volle Berechtigung hat. Wenn man die Zeit, die man sich für den Angehörigen vorher gern nahm, nun fast nur in die Pflege investiert, profitiert niemand und es leidet oft das zwischenmenschliche Verhältnis darunter. Wesentlich sinnvoller ist, den Angehörigen private Zeit zu schenken und die Pflege einem professionellen Pflegedienst zu überlassen. Auf diese Weise profitieren alle: Die Angehörigen nehmen sich wieder Zeit für ihre Lieben und der Pflegebedürftige wird mit Zeit und mehr Selbstständigkeit beschenkt, was viel Wert ist.

Auszeiten

Manchmal ist ein Pflegedienst nicht genug. Angehörige müssen nicht auf den Urlaub verzichten, wenn sie eine pflegebedürftige Person in ihrem Haus aufnehmen. Viele Seniorenhäuser bieten eine Kurzzeitpflege an, die wochenweise in Anspruch genommen werden kann – eine willkommene Auszeit für pflegende Angehörige. Man muss bedenken, dass Pflege in diesem Kontext nicht nur bedeutet, dass die körperlichen Grundbedürfnisse befriedigt werden, sondern auch alles, was den Alltag ausmacht.

Bestimmte Krankheiten wie zum Beispiel Demenz im fortgeschrittenen Grad machen einen Einzug in ein Pflegeheim manchmal unabwendbar, doch in vielen Fällen kann ein Pflegedienst die optimale Lösung für alle Beteiligten sein. 

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